Tianjin und Hebei - Meer und dreckige Luft

06Juli2015

Eine der Hauptgründe, noch ein wenig durch NordostChina zu reisen, waren die ultramodernen Züge, die hier zwischen den meisten Strecken fahren. Der Weg ist das Ziel. :-) Sie nennen sich „Gao Tie“, ungefähr wie ICE und fahren 300km/h, wodurch man Tianjin in 140km Entfernung in 30 Minuten erreicht. In Deutschland wäre das Berlin-Hamburg in ca. einer Stunde. In China wird das mit Beschluss umgesetzt und die kleinen Bauern an der Bahnstrecke müssen dann damit leben. Mobilität und Fortschritt geht vor. Die Tickets sind erschwinglich und so kostet die Fahrt von Beijing nach Tianjin 8€, längere Strecken über 350 km ca. 30€. Ach ja, nicht vergessen zu erwähnen, dass dies die 1.Klasse-Tickets sind. 2. Klasse ist ca. 30% günstiger. Der Komfort lohnt sich aber.
Hier gibt’s weder Vorverkauf noch Rabatte für Resttickets. Alle Tickets kosten für jeden gleich viel. 60 Tage vorher gibts die ersten und manchmal gibts auch ne halbe Stunde vorher noch Tickets. Die neuen ICE haben ihre eigenen Gleise und die alten Bummelzüge fahren weiterhin die gleichen Strecken auf parallelen Gleisen, sind viel langsamer, aber auch viel billiger. Gestern bin ich mit einem der Bummelzüge zwischen Tianjin - Shijiazhuang gefahren, ca. 4 Stunden in der 2. Klasse und habe auch 8€ bezahlt. Dabei ist die Holzklasse eine echte Herausforderung, weil die Züge meist durchs ganze Land fahren und die billigste, aber auch zeitraubendste, Gelegenheit für Chinesen ist, von A nach B zu kommen. Von Tianjin nach Guangzhou im Süden bezahlt man dann auch nur 35€, dafür gibts auch Tickets ohne Sitzplatz und jeder hat seinen Hausstand dabei. So sass ich 4 Stunden ohne Bewegung eingequetscht zwischen 4 Chinesen (3 in einer Reihe) auf unglaublich schmalen Sitzen und keiner Beinfreiheit und Kofferablage….Die Klimaanlage geht auch nur, wenn der Zug fährt, bleibt er auf der Strecke stehen, fühlt es sich an, ob jemand die Sauna angestellt und sie langsam hochfährt. Schön ist anders. 
 
Tianjin ist eine tolle Stadt am Meer und mit Fluß durch die Innenstadt. Das Wetter hielt und die Sonne schien unaufhörlich. Nachdem ich das meiste ins Hotel gebracht hatte, durchstreifte ich die Stadt mit ihren alten Kolonialbauten und neuen Wolkenkratzern. Auf den Fotos sehr ihr, wie es dort aussieht.
Am nächsten Tag ging es mit dem Gaotie nach Shanhaiguan in den Norden. Der Ort ist berühmt, für das Ende der chinesischen Mauer und der erste Mauerpass. Die Mauer läuft dort ins Wasser und heißt „Tigerkopf“, auch ein Tempel für den Meeresgott haben sie dort errichtet um vor Ungemach aus dem Meer gewappnet zu sein.
In der Stadt gibt es eine schöne Altstadt mit Ausläufern der chinesischen Mauer.
 
Zurück in Tianjin probierte ich noch die lokale Spezialität gedämpfte Teigtaschen (Baozi) und machte einen frühen Ausklang in die Nacht, da nächsten Tag auch schon der Zug nach Shijiazhuang losging. Ich hatte mir ein wenig zu viel vorgenommen, merkt ich, als ich in Shijiazhuang ankam. Das Steindorf, das ich besuchen wollte, war mir dann doch zu weit bei 35 Grad und ich beschloss, einen ganz ruhigen Tag im Holiday Inn Hotel  zu machen und nächsten Tag aufm Nachmittag wieder nach Beijing zu fahren. So konnte ich dann auch im netten Hotelzimmerchen meine Masterarbeit fertig stellen und ein wenig ins hauseigene Fitness-Studio zu gehen. 
 
Shijiazhuang liegt in der Hebei-Provinz von China und ist östlich von Beijing gelegen. Sie gehört zu den dreckigsten Provinzen, weil es Kohleabbaugebiet ist. Shijiazhuang gehört zwar zu den 15 größten chinesischen Städten (ca. 12 Millionen), aber die Luftverschmutzung erreicht ähnliche Platzierungen, auch weltweit…..ich hatte Glück und die wahnwitzigen 300-400 Mikrogramm PM 2.5 Werte waren in weiter Entfernung, sollen aber normal sein. Hier kann echt kein Mensch leben. Ich möchte zu gerne wissen, ob die Menschen es wirklich wissen, ob es sie interessiert und ob es spürbare Auswirkungen hat auf Krebserkrankungen. Muss ja. Öfters habe ich aber das Gefühl, dass es die Chinesen wissen, aber keine verantwortlich sein will oder kann. Wenn ich das Geld gespart habe für ein Auto, dann möchte ich auch mein erstes Auto kaufen und auch wenn der Verkehr die Hölle ist, steh ich lieber im Stau als E-Scooter zu fahren oder Bus oder U-Bahn zu fahren. 
Außerdem kommt der Staat (noch) nicht hinterher so strenge Umweltauflagen für die Industrie einzuführen bzw. zu überwachen, dass sich die Luft ändert. Die einzigen Maßnahmen sind Fahrverbote in Beijing, die immer wieder öffentlichkeitswirksam umgesetzt werden. Daraus ergeben sich dann lächerlich wirkende Begriffe wie „Olympia-Blau“ oder „APEC-blau“.
 
Warten wir mal 10 Jahre ab….China wird es schaffen!
 

Peking im Sommer

06Juli2015

Wir blicken zurück: Dezember 2014  ca. -5 Grad und ein verlängertes Wochenende in Peking. Die Luft war (unerwarteterweise) klar und super sauber und wir hatten strahlend blauen Himmel. 
Dann versuchen wir das ganze nochmal im Sommer bei über 30 Grad und  hoher Luftfeuchtigkeit und laden uns Besuch aus Deutschland ein, denn alleine durch China stiefeln macht keinen Spass. Mit Sack und Pack ginge am 25.6. morgens in Chengdu los und ratzifatzi kamen Anke und Martin auch schon aus dem Flugzeug. Vorher kündigten sich die deutschen Flieger aus Frankfurt und Düsseldorf schon dadurch an, dass viele Chinesen Kaufhof- und WMF-Tüten dabei hatten, WMF-Haushaltsgeräte und ca. jeder zweite auch einen neuen Rimowa-Koffer, der auch noch einen „Bezahlt“-Anhänger von Kaufhof dran hatten. Die Chinesen wissen was gut ist, bzw. irgendjemand erzählt ihn das und sie halten WMF weiterhin am Leben. 
 
Die beiden überstanden ihren Flug gut und konnten schlafen. Also auf geht’s, ab in die Stadt! Beijing ist nicht zum Schlafen da sondern zum Füße müde laufen und Essen bis zum Umfallen. 
 
Luftqualität ging sooooo, eher mau als gut und die graue Dunstwolke zeigte sich dann auch auf den ersten Fotos auf dem Tian An Men (Platz des himmlischen Friedens). Gut, dass ich noch eine Selfie-Stange in Chengdu besorgt hatte und so wurde Anke die nächsten Tage nicht mehr ohne gesehen.
Das erste Mittag gabs in einem kleinen urigen Restaurant mit Kröten und Fischen in Aquarien, die so vor sich hinsiechten, aber das Gongbaojiding war nicht zu Verkennen. Ist ja ein Sichuan-Gericht, also bin ich da sehr aufmerksam, wie es schmeckt. Es gab eine 2+.
Die Shoppingmeile Wangfuijing und der Nachtmarkt mit allen Köstlichkeiten durfte natürlich nicht fehlen und glücklicherweise gabs dort auch direkt den wunderbaren Din Tai Fung mit seinen tollen Dumplings. Sehr exquisit und lecker.
Danach eigentlich noch einen kleinen Ausflug auf den Fakemarkt, aber den gabs dort nicht mehr und wir wichen auf Cocktails aus und waren „amüsiert“ wieder um Mitternacht in unserem Hotel.
Leider gibt es in Beijing ein Taxiproblem. Oh mein Gott! Das ist kein Spaß jedes Mal 10-15 Minuten auf eins zu warten und dann zu hoffen, dass er nicht grad Pause oder Feierabend macht. Chengdu ist ein Paradies. Dass ich das nochmal sagen würde…..
 
 
 
Nächsten Tag stand Ausschlafen, Nationalmuseum und Verbotene Stadt, Hotpot und Massage auf dem Plan. Wir haben alles geschafft. Da es anfänglich regnete, war das Museum eine gute Alternative zu Outdoor-Sightseeing. Die verbotene Stadt war auch wieder einen Besuch wert, wenn auch dieses Mal nur gegen Vorlage des Reisepasses Eintritt gewährt wurde. Immer was neues in der Hauptstadt. Auch unser Hotel piepste unsere Koffer wegen Sprengstoff ab ,da es so nah zum Tian An Men lag.
 
Der Fakemarkt „Silkstreet“ beeindruckte uns nicht sonderlich und Schuhe gabs auch nicht. Also weiter zur ersten Massage. Martin eine Körpermassage von einem Blinden, der deutsch konnte (!) und Anke und ich eine sehr angenehme Fußmassage. Da es inzwischen nach 21.00 war und regnete, musste ein nahgelegenes Restaurant her und beide waren von Hotpot gleich begeistert. Also gut, schön scharfes südwestchinesisches Essen. Mir macht ditte ja nüscht, wa?! Der Hotpot war lecker und da ich es nie schaffe, weniger zu bestellen, platzten wir nach dem Essen und der Topf war noch voller Köstlichkeiten, „Da Bao“ (Doggy Bag) kam aber nicht in Betracht, da es ja eine Suppe war und je länger die Sachen darin köcheln, desto stärker wird das Ganze. 
 
Erster Hotpot
 
Samstag morgens ging es zum Himmelstempel südlich unseres Hotels und wir fanden gleich Anschluss zu sportelnden Chinesen im Park, mit denen wir Federfußball (?) spielten und am Ende auch einige (ca. 6) mit nach Hause nahmen. Coole Park- oder Strandbeschäftigung. Danach waren wir endlich im Paradies….nicht wegen des Tempels sondern weil wir das Fakemarkt-Paradies gefunden hatten. Als wir raus waren, war es schon fast dunkel. ;-) Es gab alles, das neueste Highlight sind alle BEAT- und Bose-Kopfhörer, Selfiestangen, Nike-Schuhe und Fitness-Tracker. Die Chinesen sind flink, wenn es was zum Nachahmen gibt. Alles Originale natürlich. Wir werden es in ca. 6 Monaten sehen, ob alles noch hält oder schon auseinandergefallen ist….Auf jeden Fall gabs für die Kinder und baldigen Geburtstagskinder genügend Geschenke im Angebot. 
Unser großes Vorhaben „Wir gehen nochmal ins Hotel frischmachen aufn frühen Abend“ konnten wir wieder nicht einhalten und fuhren direkt zum Beijing Duck Restaurant. Was für ein megabeliebtes Restaurant und die Stunde warten ging mit 2 Mojitos dann doch schneller vorbei als gedacht. Ein sehr modernes und stylisches Restaurant mit tollen Gerichten und einer sehr leckeren Pekingente ohne Fett zwischen Haut und Fleisch. Der Nachtisch „gebackener Apfel“ war sehr gut und wir fuhren wieder mit dicken Bäuchen ins Hotel. 
 
Auch am Sonntag besserte sich die Luft noch nicht, aber dafür wurdes es immer schwüler und die Hitze drückte richtig und wir waren permanent am Schwitzen und Trinken. Dieser Tag sollte entspannt werden und so schlenderten wir nur durch den Lamatempel und die Hutongs ein bisschen Shoppen, gucken, essen und bummeln, denn Montag sollte es um 8 Uhr zur Mauer gehen. 
 
Sonntagsport Pekingente
 
Leider war Regen vorausgesagt, was uns natürlich nicht abhielt mit unserem Fahrer „Steven“, dessen Tochter mit einem Deutschen verheiratet ist und in Hamburg lebt, loszufahren. Der Mauerabschnitt „Mutianyu“ wurde total aufgepimpt in den letzten 7 Jahren und alles war super modern gestaltet. Auch eine richtige Gondel-Seilbahn gab es nun und der Zweier-Sessellift war nicht mehr Haupttransportmittel. Jule, nochmal hin?! :-P Es zog auf und Stufe um Stufe wurde es klarer und wir konnten doch gute Fotos machen. Durch den zeitweiligen Regen war es auch recht angenehm und keine drückende Hitze mehr. 
 
 
Den letzten Tag nutzen wir um uns das „Vogelnest“ (Olympia 2008) von innen anzugucken und einen Ausflug zum Sommerpalast zu machen. Die Sonne schien, die Luft war klar und es waren unter 30 Grad. Wie genial. Ein toller Tag, vor allem auch weil die beiden unerwarteterweise nochmal Hotpot essen wollten. Vielleicht hätten sie doch nach Chengdu kommen sollen, wo jedes zweite Restaurant Hotpot ist und einfach alles scharf ist. Zum Abschluss gabs, wie am ersten Tag, nochmal ein Pitcher Mango-Margherita und wir fielen geschafft ins Bett. 
Nächsten Tag sollte es um 10.00 zum Flughafen gehen, ich um 11.00 nach Tianjin.
 
Bye Bye
 
Zaijian Beijing, danke Anke und Martin, dass ihr da ward!
Damit sind jetzt alle Optionen verstrichen, vorbeizukommen und ein wenig China mit einigermaßen erfahrenem China-Kenner zu erleben. Aber, es irgendwie komme ich ja immer wieder zurück, manchmal kurz, manchmal länger….2004, 2007-2008, 2010, 2012, 2014-2015….

 

 
 

Abschied von Chengdu

03Juli2015

6 Wochen sind um. Und damit es auch wirklich 6 Wochen sind, flog ich am Donnerstag, den 25.6. nach Beijing. Am 14.5. kam ich ja an. 
Die letzten 2 Wochen gingen dann doch recht zügig vorbei und wie jedes Mal in China, finde ich zum Ende hin, immer wieder neue Annehmlichkeiten, die das Leben einfacher machen. 
Eine israelische Freundin entdeckte einen tollen Swimming Pool direkt beim Campus. 5 Minuten zu Fuß und für 2 Euro Eintritt kann man es sich dort gut gehen lassen und die Masterarbeit vergessen lassen. Aber die müsste auch noch irgendwie zu Ende geschrieben werden...das hat geklappt! 

Sonntags in Chengdu
2 Tage vor Abreise wurde mein chinesisches Kleid noch fertig und jetzt hab ich ein tolles Souvenir aus chengdu - ein Qipao aus Chengdu. 
Ein letzter Hotpot durfte auch nich fehlen. Glücklicherweise gibs nach der langen Zeit immernoch Karaoke-begeisterte internationale Studenten und so trällerten wir im Nachbarschafts-Karaoke nochmal ein paar Stunden Backsteeet Boys, Taylor Swift, Little Apple und andere Knaller. 

Der Meister, seine Frau und ich Call me maybe Xiao Ping Guo Backstreet Boys Letztes Sichuan-Essen



Fiona zeigte mir noch eine chinesische Massage, die es in sich hat. Dieses Mal ging es um chinesische Medizin. Viele Chinesen nutzen Schröpfen (mit diesen Glaskugeln) um die Feuchtigkeit und Schmerzen aus dem Körper zu ziehen. Bei mir nutzte die Dame nur ihre Hände und ein Holzstöckchen und rieb mir heiß über die Wirbelsäule und daneben liegende Parts. Huh! Schöne dunkelrote Striemen auf dem Rücken. Kommt davon, dass ich immer Kaltes trinke. Sagen sie! Soll mehr Warmes trinken! Die Logik hab ich aber noch nich durchschaut. Chinesen haben auch vorgefertigte Meinungen über westliche Dinge, bsp. können Tangas oder Tampons einfach nicht gut sein....



Zurück zum normalen Leben! :-) 
Den Abend vor meiner Abreise zog ich für eine Nacht zu Fiona und Mao. Aus meinem Wohnheim zog ich ratzfatz aus und tatsächlich hab ich keinen Cent für die 6 Wochen bezahlt, weil das scheinbar in der Administration untergegangen ist. 4 Tage vor Abreise funktionierte auf einmal das neue Tor mit chipkarte. Ich bekam eine von meiner Ayi (Sicherheitsdame) und konnte nun (!!) auch nach 23 Uhr nach Hause kommen. Vielen Dank! Ich bekam eine Stunde geschenkt, denn das Campustor machte 24 Uhr zu. Aber nich meckern, sondern über neue wunderbare Errungenschaften freuen. 
Fiona und Janina halfen mir mein Zeug ins Taxi zu hieven. Janina bekam auch wieder "Geschenke", denn sie hatte inzwischen beschlossen länger in Chengdu zu bleiben. 
Eine Pediküre und ein Sichuan-Abendessen später saßen wir noch bei einem Sekt zusammen und dann könnte ich noch 4 Stunden schlafen. Immerhin. Aber ich freute mich schon riesig auf Anke und Martin. Die beiden flogen los, als ich ins Bett ging...

Bye Bye ChengDu! 再见! 
Du warst eine interessante Erfahrung. Als Stadt bist du sehr grau und eine langweilige Großstadt mit wenigen spannenden Sehenswürdigkeiten. Dafür sind deine Menschen die freundlichsten in China, sie haben sich noch Ihre Freundlichkeit gegenüber Ausländern bewahrt, sind ehrlich zu uns und helfen gerne. Außerdem beneidet mich jeder Chinese, dass ich dort war, denn alle Chinesen wollen dich mal kenne lernen und dein scharfes Essen ausprobieren. 
Deine Umgebung hat wirklich tolle Natur zu bieten. Wir sind fast in Tibet und die nähsten 5000er Berge sind gleich um die Ecke. Auch deine Fauna ist unglaublich. Der große Panda hat sein Zuhause in Sichuan (gehabt) und die Aufzuchtstation is toll. 
Bloß der Winter geht gar nich. Es ist kalt (10-15 Grad) und drinnen bekommt man die fehlende Isolation und die "passt schon"-Bauweise zu spüren. Macht man die Heizfunktion der Klimaanlage aus, ist es sofort wieder eiskalt. Was für Stromfresser. Über Energieeffizienz brauchen wir nich sprechen. Noch weit weg die Chinesen. 
Auch das mit Mantel oder Jacke im Restaurant sitzen, macht keinen Spaß. Mit Hotpot Essen geht's grad so. 
Auch deine Luftverschmutzung ist ein Punkt, der leider als Minuspunkt zählt. 

Insgesamt bekommst du eine 3 als Schulnote.

 

Tschüss! Du verrücktes China!

Nerviger Spaß hoch 3

13Juni2015

Und immer wenn man denkt, es kann nicht schlimmer kommen, dann kommt die chinesische Uni um die Ecke und organisiert „etwas“…Das heißt in diesem Zusammenhang, dass wir ein Kulturfest haben sollten, bei dem wir unsere Länder präsentieren konnten. Dass das Cultural Festival natürlich hauptsächlich für die chinesischen Studenten sein sollte, war uns schnell klar und dass die 90-Jahr-Feier der Uni nur ein Vorwand war, auch. Andere Unis in Chengdu haben nämlich schon solche „Wir zeigen euch mal wie toll wir sind und wie viele Nationalitäten wir haben“-Aktionen hinter sich.
Zwei Wochen vor dem Termin bekamen wir ca. 200 EUR versprochen, die wir für Deko, kleine Dinge und Essen ausgeben konnten. Wie ihr euch bestimmt denken könnt, gibt es so einige Deutsche hier auf der Uni. Insgesamt sind es bestimmt 20-30, der Großteil zwischen 20-23 und grad im Bachelor-Studium. Da is China natürlich das Paradies, nen bisschen chinesisch lernen und den Rest der Zeit chillen und Ausländerjobs machen (Englisch/Deutschlehrer, modeln), da ist es leider für die superanstrengend solch ein kleines Zelt auf die Beine zu stellen. Aber jeder nach seinen Möglichkeiten, nä?! Somit waren wir 3 aktive Deutsche und noch 3 passive Helferlein, die Fotos raussuchten, Kuchen backten oder beim Kartoffelsalat machen halfen. Eine Woche vor dem Fest kauften wir taobao leer und erstanden Trikots, deutsche und bayerische Fahnen, kleine Matchbox-Porsche und -BMW, kleine Fähnchen, Bierkrüge und Gesichtsmalfarbe.
EInkauf Kartoffelsalat Los geht's Alles fertig
 
Kartoffelsalat bereiteten wir nach den örtlichen Gegebenheiten zu und tauschten saure Gurken gegen normale Gurken und Joghurt (immer süß hier) gegen Majo und Essig. Erstaunlich gut wurde der Salat und den Abend davor probierten wir auch ordentlich als Qualitätskontrolle. 
Das Fest sollte 2 Tage gehen, am zweiten gabs lokale Spezialitäten aller Länder. WOW! Die Thais und Koreaner machten tolles Essen und unsere Finnen und Ukrainer stürzten sich auf Wodka-Ausschank. Und so konnte ich mich auch überall durchprobieren. Unsere Iren machten Irsih Coffee.
Der erste Tag war währenddessen der Horror, aber im Nachhinein natürlich wieder super komisch. Unsere Bayerin musste auf die Bühne zur Fashion-Show und Erik moderierte die Show zum Fest. Somit war ich eine ganze Weile echt alleine. Zur Belustigung konnten alle Reisepässe kaufen und Stempel sammeln und so sah ich mich endlos stempeln und lustige Sachen in die Pässe schreiben, weil alle immer „Can you write something in your language?“ wollten. Gerne genommen: „ich liebe dich“, „Du bist mein Sonnenschein“, „Deutschland“, „Weltmeister“, „Servus“ oder auch „Alles Gute zum Geburtstag!“. Chinesen sind schmerzfrei. Auch als ich was trinken oder essen wollte, gaben sie keine Ruhe. Für sie war ich Dienstleister ohne Recht auf Pause, so wie die kleinen Kellner auch immer überall. Und Fotos wollten sie am laufenden Band. Wir hatten die schlaue Idee, ein 2x3m großes Poster mit der Nationalmannschaft auszudrucken. Das war somit das perfekte Fotomotiv. Juhu! Für unsere große Fotowand interessierten sich wenige, obwohl wir wirklich eine tolle Auswahl an Fotos hatten, die unser Land repräsentierten. 
Anstehen Stress!
 
Am witzigsten sind immer die Studenten, die deutsch lernen. Ich kann mir nicht helfen, aber die sind richtig nerdig. „Guten Tag, wie heißen Sie? Wo kommen Sie her? Ich werde nächsten Jahr in Deutschland studieren…“ Ansonsten stahlen wir unseren Nachbarn Ungarn und Finnland ein wenig die Besucher, weil die Chinesen Deutschland schon richtig jut finden. 
Tag 2. Die Sonne schien und wir kamen mit Verstärkung und mit neuer Strategie. Heute war der Fresstag“. Wir hatten ca. 10 kg Kartoffelsalat, Nürnberger Würstchen und Thüringer, 2 Kuchen, Kekse und ein Fass Bier. Da die Chinesen ja gerne alles probieren, aber es ihnen meistens doch nicht schmeckt, reichten wir nur schnapsglassgroße Becher aus, die wir mit einem Klecks Salat und einer Scheibe Bratwurst füllten. Es lief gut und die Massen um unser Zelt rissen nicht ab. Nach einer Grillrunde sagten wir dann immer „Alles alle“ und schon hatten wir wieder Platz zum Atmen. Auch der Stempel hatte einen Do-it-Yourself-Platz auf einem Stuhl gefunden und wir mussten uns nicht mehr um diesen administrativen Krams kümmern. 
Unser Kuchen ging auch weg wie warme Semmeln, aber wir versuchten immer, etwas für unsere lieben Chinesisch-Lehrer zu sichern, die auch mithalfen und auch gespannt alle möglichen Sachen ihrer Studenten probieren wollten. 
Meine Lehrerin Rührkuchen! Apfel-Streuselkuchen After-Party Arabisch-deutsche Freundschaft
 
 
Zu unserer Belustigung spielten wir noch Bierkrugstemmen mit den Chinesen und hatten dann häufig kleine Mädchen mit superdünnen Armen vor uns, die es nicht allzu lange aushielten. Immerhin freuten sich 2 Gewinner über einen kleinen Porsche und einen kleinen BMW.
 
Für uns selbst hebten wir noch Würstchen und Salat auf und hatten ein kleines Mittagessen. So lecker. Selbstgemacht und eine Bratwurst mit Senf. Unglaublich! 
 
Die 2 Tage waren wirklich lustig, aber auch anstrengend, weil der Hauptcampus eine Stunde von unserem Campus entfernt ist, es super heiß ist und wir immer gegen 8 Uhr morgens losmussten. Die Fotos war es auf jeden Fall wert!

Es wird (doch) nicht langweilig

08Juni2015

--- FOTO-UPDATE 13.06.2015---
 
Ich hatte ja so einiges befürchtet in Chengdu, aber mir natürlich auch gleichzeitig eingeredet, dass ich ja die Masterarbeit eh fertigschreiben muss. Es kam, bisher, alles anders. Es gibt doch mehr zu unternehmen und zu machen, da dann doch noch einige bekannte Gesichter in Chengdu sind. 
 
Fiona und Mao zeigten mir einen kleinen Fußmassage-Läden in ihrer Nachbarschaft, wo einem für ca. 4 EUR die Füße wunderbar durchgeknetet werden, dann noch Fußbad in chinesischer Medizin und ich kann schlafen wie ein Stein. Ein Traum. Bitte einmal die Woche für mich.
 
Letzte Woche gab es außerdem Filmnacht im deutschen Konsulat und da ich es bisher noch nie geschafft hatte, dort mal hinzugehen (zu Weihnachten etc.), wollt ich mir das mal angucken. Eine deutsche Mitstudentin macht auch gerade ihr Praktikum im Konsulat, hat aber eher die umspannenden Aufgaben eines Konsulats auf dem Tisch. Viel gearbeitet wird dort eh nicht. Es gibt alle chinesischen, aber auch natürlich deutschen Feiertage und ab 1.6. gibt es Sommerarbeitszeiten, Mo-Do bis 16.00 Uhr, Fr bis 13.00 Uhr. Ein richtiges Amt! Aber zurück zur Kultur: Es wurde „Das Wunder von Bern“ gegeben, auf deutsch mit chinesischem Untertitel. Das ist natürlich auch der Grund, warum nur Chinesen und Deutsche kommen. Auf 30-50 Chinesen kamen 6 Deutsche. Es gab noch Häppchen und Rotwein nach dem Film und nette Plauderrunden auf chinesisch. Unglaublich, was ich inzwischen alles auf chinesisch sagen kann und noch unglaublicher, dass die Chinesen mich auch verstehen. Ich scheine also wirklich Fortschritte gemacht zu haben. Mit dabei war auch Kevin - Rückschau: Er nahm uns mit zur Möbelhauseröffnung und zum Reiten - Er ist ein wirklich netter und auch witziger Chinese, der soso englisch spricht und ich daher mein ganzes chinesisch bei ihm anwenden kann. 
 
Lange nicht mehr gesehen und schon saß ich einen Tag später mit 2 Freunden von ihm im Auto auf dem Weg in seine Heimatstadt Chongzhou. Ca. 40 km von Chengdu entfernt. Wir trafen uns in seiner Fabrik. Er hat die Firma von seinen Eltern übernommen und stellt Mehl für Baozi her (P.S.: BAOZI bitte googlen, wer es nicht kennt!). Läuft gut, denk ich, wir schwangen uns nämlich in seine relativ neue Volvo Limousine und machten einen Ausflug ins Grüne. Ab auf einen Berg mit Tempel und in eine kleine Altstadt mit tollem Abendessen. Solche Essen sind immer so toll und zeigen einem die Auswahl, die die chinesische Küche so zu bieten hat. Essen beschreiben ist leider nicht meine Stärke, auch weil es viele Gemüsesorten und Gewürze bei uns gar nicht gibt. Aber toll, lecker. Pünktlich zum Tore-Schluss war ich heeme. 
 
Gingko Kevin Super lecker! 天主堂鸡片 Klebereis Pilze, grünlila Gemüse....geil Abendstimmung Gute Nacht
 
Besser ist auch. Habe unglaublich gruselig aussehende blaue Flecken an meinen Oberschenkelinnenseiten entdeckt. Aua. Torklettern ist doch nicht so komfortabel und tut auch echt weh. Aber die Alternative ist um 23 Uhr immer zu Hause sein. 
 
Ansonsten hat meine Masterthesis auch ein wenig Zeit abbekommen, es geht voran. Und da mein letzter China-Besuch quasi schon in den Startlöchern steht, muss dat olle Ding bis 25.6. fertig sein. Führt kein Weg dran vorbei. Schluss, Aus, Basta.
 
P.S.: Damit steht auch der weitere Plan erstmal wie folgt: 25.6.-1.7. Beijing, dann ein paar Tage Nordchina und ab 5.7. Malaysia als Zwischenstopp auf dem Rückweg nach Hause.
 
Es grüßt euch alle Little Apple 

Chengdu im Sommer

31Mai2015

Nachdem ich mich nun langsam an mein kleines Kabuff und die Schließzeiten gewöhnt habe, kehrt langsam ein wenig Alltag ein. Ein wenig. Da mein Zimmerchen so klein ist und wenig drin ist, passiert dann doch sehr viel draußen - Wäsche waschen im kleinen Kiosk für 40 Cent, Mittag und Abendessen draussen, mal nen kühles Getränk…

Ja, chinesische Wohnheime sind nur zum Schlafen gedacht, mehr aber auch nicht. 

Wasch-Kabuff Blick über das Basketballfeld zum Wohnheim
Da ja die mündliche Verteidigung und damit alle Verpflichtungen in Chengdu erledigt waren, entschloss ich mich, wieder am Chinesisch-Unterricht teilzunehmen. Was für ein Glück, dass dieses Mal der Unterricht woanders stattfand und ich 1 Minute Fußweg morgens habe. Soll ja auch Vorteile haben, auf dem Campus zu wohnen. 
Über die Kindergartenstühle im Unterricht möchte ich mich gar nicht mehr auslassen, viel schöner ist es, dass der Unterricht gut ist und ich jeden Tag wieder ein Stück mehr chinesisch lerne.
 
Montag, den 18. Mai hatten wir noch ein kleines Abschiedsessen mit unserer Koordinatorin und haben noch alle ein wenig zusammengesessen. Leider sind unsere chinesischen Kommilitonen völlig untergetaucht seit wir in Chengdu sind, und so waren auch nur knapp die Hälfte beim Essen und nur noch eine mit auf ein Bier nach dem Essen. Schade, aber es scheint, als ob sie nicht die gleichen Erfahrungen wie wir mitnehmen wollten und nach Rückkehr nach China wieder in ihre alten Bahnen zurückgefahren sind. Die meisten fangen jetzt bei Banken an, aber keiner bei einem internationalen Unternehmen. Echt schade!
CEEBS-Klasse
 
 
Von Tag zu Tag leerte sich dann Chengdu auch wieder. Denn die, denen es eh nicht so gut hier gefallen hat, die zogen auch gleich wieder los die Woche danach und so sind wir nicht mehr viele da. Ich finde, es lohnt sich, noch ein bisschen zu bleiben, immerhin ist der Chinesisch-Unterricht los und noch ein bisschen was in Sichuan zu erkunden, macht auch Spaß. 
 
Wir bekamen noch ein kleines Fotoshooting für uns als Erinnerung und können uns bald über tolle Fotos freuen. Ein paar konnte ich auch machen, möchte aber unseren verrückten Schwaben (in schwarz) eigentlich kein Wort mehr verlieren. Der ist einfach nur verrückt und sollte schnellstmöglich wieder in sein Kaff bei Pforzheim zurück.
 
 
Ansonsten machte ich mich auf die Suche nach Tibetreisen. Das war leider eher ernüchternd, da die Reisen zum einen sehr teuer sind, zum anderen gerade einige Teile aufgrund des Erdbebens in Nepal gesperrt sind. Außerdem gab es in dem einen Hostel nur noch eine Tour im Juni, ab Juli ist dann Hauptsaison und alles wird teurer. Wird also wohl eher nichts mit Tibet. Es ist aber auch leider sehr kompliziert als Ausländer. Man braucht einen organisierte Reise oder min. einen Guide in Tibet, dann beantragt man eine Einreiseerlaubnis - das dauert 14 Tage - und erst mit der kann man dann Flüge oder nen Zug buchen. Es ist also fast unmöglich, spontan hinzufahren. Sogar nach Lhasa geht es nicht. Man darf sich als Ausländer auch nicht frei bewegen in Tibet und überall gibt es Checkpoints, an denen die Anzahl und die Papiere der Fahrer, Reiseführer und Touristen kontrolliert wird. Also abhaken. Vielleicht fahr ich noch nach Qinghai oder Westsichuan.
 
Das vielleicht spannendste war jedoch bei Weitem mein Job gestern. Ich wurde angeheuert, 2 Stunden in einem Kindergarten die Englischlehrerin zu spielen. Meine Aufgabe bestand darin „Hello“ zu den Kindern zu sagen und mit lustigen Donald Duck Handpuppen zu winken. Der Kindergarten befand sich in einem kleinen Vorort von Chengdu mit nur 600.000 Einwohnern. Nach fast einer Woche war es mal wieder ein richtig schöner Tag mit Sonnenschein und somit brannte die Sonne auch ordentlich. Nichts für Chinesen. Also alle einen Schirm aufspannen und auf meiner Augenhöhe an mir vorbeilaufen. Obacht! Immer die Augen schützen und die Schirme abwehren. Der Kindergarten war super modern und will nach Eröffnung den Kids auch Englisch vermitteln. Das ist immernoch das kuriose hier. Sie bringen ihren Kindern ab 2 Jahren englisch bei, aber keiner wird es jemals benutzen. In der Schule wird ihnen die englische Grammatik eingeprügelt, aber Sprechen üben sie nie. Heißt im Umkehrschluss, dass es ihnen megapeinlich ist überhaupt etwas zu sagen. Ein Teufelskreis, und gut für mich, so sprach ich gestern den ganzen lieben Tag chinesisch. Das klappt inzwischen auch schon ganz gut, wie ich finde. 
 
 
Kulinarisch gab es diese Woche auch wieder einiges zu bieten, es gab koreanisch, BBQ oder auch Fisch-Hotpot und chinesisches Sushi.
 
 
Kameradschaftliche Grüße und bis bald aus dem Land der Unmöglichkeiten

Andere Blogger in China

25Mai2015

Der Blogger lebt in Shanghai und ich könnte mich immer totlachen, was er alles so schreibt. Alles ist auch für Chengdu anwendbar. Wenn ihr noch ein bisschen lustige Abendlektüre braucht, er hat immer was neues...

 

http://christianinshanghai.auslandsblog.de

China - Studentenwohnheim - schwierige Kombination

25Mai2015

Ok, ok. ich will nicht gleich wieder losmeckern über mein kleines China. Aber…..ich möchte euch heute gerne mit einer kleinen Einleitung über das chinesische Studentenleben versorgen.

 
Chinesen wohnen grundsätzlich auf dem Campus. Immer. Ohne Widerworte. Egal, auch wenn man in der Stadt wohnt, dafür ist die Miete auch unschlagbar günstig. Ca. 150-200 Euro zahlen die Chinesen hier in Chengdu. Für ein Jahr. Sie müssen sich zwar ein Zimmer teilen, aber der Großteil des Lebens spielt sich ja eh außerhalb des Zimmers ab.
 
Knasttor
 
Dieses Mal kam es für mich nicht Betracht, ein Apartment zu mieten, da es einfach zu teuer werden würde. Außerdem wurde aus der Ferne gemunkelt, dass die Chinesen nach ca. 10 Monaten Renovierungsarbeiten doch tatsächlich das Wohnheim fertig haben sollten. Mein Email-Verkehr mit der lieben Ms. Zhang ließ nicht allzu viel hoffen, aber ich hatte Glück und kann jetzt für ca. 70-80 EUR im Monat auf 10qm wohnen. Ich habe mein eigenes Bad und ein kleines (steinhartes) 90cm breites Bett. So weit so gut. Das Wohnheim ist ein U-förmiges Gebäude mit 5 Etagen und somit ca. 200-300 Zimmern. Da die Renovierung noch nicht fertig ist, sind nur ein paar Zimmer fertig. Der Rest sind noch wie nachm Krieg aus. Auf meiner Etage sind 2 von 40 Zimmern fertig. Den Schreibtisch haben se einfach wieder reingestellt. Alles sehr retro. Dafür haben sie wie ein Gas-Wasser-Sanitär-Azubi im ersten Jahr ein neues Bad reingeschustert und ein Waschbecken gibts auch im Zimmer. Das Zimmer war leider noch soooo voller Baustaub, dass ich erst einmal eine Grundreinigung hätte durchschicken müssen. Echt unglaublich. Achja, gestrichen wurde leider nicht, die Wände sind voller Fuß- und Wassertropfenabdrücke. Aber immerhin gibts bisher keine Haustiere und Schimmel auch nicht. Die Klimaanlage ist auch recht neu. 
Beim Einzug Ein bisschen wohnlich die Zelle  Retro! Immerhin
 
Auf den Fotos sieht man ganz schön, wie es hier aussieht. Es ist dafür total ruhig auf dem Campus, kein Verkehr, kein Hupen oder andere lärmende Aktivitäten in der Nacht. Das ist echt super.
Jetzt kommt aber der Haken an der ganzen Sache: Es gibt Schließzeiten! Von 23.00-6.00 Uhr ist das Wohnheim abgeschlossen! Glücklicherweise nicht das Gebäude, aber der Hof, von dem die Eingänge ins Gebäude abgehen. Tolle Sache. Die Tordame ließ auch nicht mit sich reden, man sei halt um 23.00 Uhr immer zu Hause. Basta. Ab nächstes Semester gebe es dann eine Zugangskarte, mit der man zu jeder Zeit reinkommt. Nächstes Semester? Wie oft ich das schon gehört habe.
 
In dem Beispiel auf Spiegel Online sorgt selbst Xi Jinping dafür, dass alle auch ja früh ins Bett gehen:
http://www.spiegel.de/unispiegel/studium/china-xi-jinping-schickt-studenten-gute-nacht-sms-a-1033345.html
 
Das nächste Problem sollte die Internetversorgung werden. Leider ja inzwischen lebensnotwendig geworden, machte mir die Tordame wenig Hoffnung: „ Nächstes Semester!“. Was für eine Vorstellung. 9.000km von zu Hause und dann abends völlig abgeschnitten von der Außenwelt. Ich wollte daher versuchen, immerhin WLan auf dem Campus zu bekommen und ging mit meinen besten Chinesisch-Kenntnissen in die IT-Abteilung. 7€ Registrierungsgebühr, 2,70€ Monatsgebühr hatte ich einen Zugang. Als sie merkten, dass ich im Wohnheim wohnte, fragten sie mich, ob ich da nicht auch Internet haben möchte. Gesagt, getan und schon hielt ich einen Router und ein Kabel in der Hand. Sie versicherten mir, dass es funktionieren würde. Die Dose im Zimmer sah aber wenig vielversprechend aus. Hmmm…Es klappte trotzdem! Somit war alles geritzt.
 
Grüße 
Jungpionier Weiße Lotusblume

Master - nur auf chinesisch! 硕士!

19Mai2015

Es ist geschafft! Die mündliche Verteidigung an der chinesischen Uni wurde mir mit einem „Bestanden“ und einem „Du wird einen Master-Abschluss der Uni erhalten“ gedankt.

Die gute Gruppe Die anderen   In der Prüfung
Was für ein interessanter Vormittag. Pünktlich um 9Uhr am Samstag ging’s los. Wir wurden in 2 Gruppen aufgeteilt und so wurden jeweils 6 ausländische Studenten von 3 chinesischen Professoren begutachtet. In meiner Gruppe einigten wir uns, dass alle die Präsentationen der anderen auch hören konnten und so war es spannend zu sehen, wie jeder seine Arbeit recht oder schlecht verteidigte und was es überhaupt für Themen gab. Von Wechat, über unterkulturelle Verhandlungen, Textilrecycling über Internationalisierung von chinesischen Firmen war alles dabei. 
 
Witzigerweise waren die Professoren nicht unsere Betreuer, sondern Professoren, die wir nicht kannten, aber immerhin englisch sprachen. Einige von uns wurden regelrecht auseinander genommen: „Deine Arbeit macht keinen Sinn“, „Das ist zu allgemein“, „die Größe deiner Befragung ist nicht ausreichend“…Ich hatte Glück und konnte meine Fragen gut beantworten und die Kritik war ok. 
Was wir in diesem Moment noch nicht ahnten, war, dass 2 von 12 es doch nicht so einfach haben würden und erstmal ein „Bestanden unter Auflagen“ bekommen haben. Die beiden müssen jetzt doch tatsächlich noch was an ihrer Arbeit schreiben, verbessern, erweitern und kriegen, wenn sie schnell sind, auch bis Ende Juni ihren chinesischen Abschluss. Andere bekamen auch vernichtende Kritik, aber durften dann doch in den Recall. Glück gehabt. Die andere Gruppe hatte davon nicht so viel.
 
Beim Mittag waren dann auch nicht alle dabei. Einige schmollten wohl, aber die Runde füllte sich bis abends wieder auf und so endete der Abend erst gegen 5 Uhr. 
Straßenessen im Anzug Prost! Erstes Bier! Downtown Chengdu
Korea, Italien und 3x Deutschland
 
 
Zum Glück konnte ich bis zum nächsten Tag noch in Fionas Apartment bleiben und Emma half mir, meine 2 Koffer rüberzubringen. Ab ins Studentenwohnheim. Mit 30 Jahren. Einige fangen damit früh an, ich jetzt erst. Will ja auch als Rentnerin noch mitreden können: „damals in China, als China noch Entwicklungsland war“.
 
Bis auf Koffer abstellen, passierte dann aber nichts weiter im Wohnheim. Ich widmete mich mit Sarah DER Sonntagsbeschäftigung - Beauty — Friseur und Maniküre. Massage gabs schon am Freitag davor. Musste daher dieses Mal ausfallen.
 
Montag gings dann mit chinesisch los. Muss sich ja lohnen, hier zu sein. 
 
Gute Nacht und liebe Grüße
Mao Zedong

Einmal Nachschlag bitte!

15Mai2015

So schnell ging es nun doch. MIttwoch Abend in Berlin losgeflogen und 20.00 Donnerstag Abend im schwülweißen Chengdu gelandet. 

Dieses Mal ging es leider weniger komfortabal nach China, dafür mit 200 Chinesen an Board und einer Sitznachbarin, die gleich chinesisch mit mir üben wollte. Ging ja super los. Als die Chinesin ein 10g-Stück Butter wie ein Stück Schokolade mampfte, wusste ich, dass ich wieder im richtigen Flieger sitze. Willkommen bei den verrückten Chinesen!

Ab nach Beijing! Tschüss Klein-Berlin

 

Die Flugverbindung ist perfekt, der Flug dauert unter 9h und schon ist man direkt von Berlin nach Peking geflogen. Einziger Wehrmutstrofpen ist die Wartezeit von 6 Stunden in Peking, die sich gar nich so leicht vertreiben lassen. Zu kurz um in die Stadt zu fahren und zu lange für einen chinesischen Flughafen. Außerdem heißt "durchgecheckt" auf chinesisch, dass man sein Gepäck abholen muss und dann erst 2 Stunden vor Weiterflug wieder einchecken kann. So ein Murks. Also warten und hoffen, dass das Internet irgendwie geht. Es ging und somit auch die Zeit vorüber.

In 2:20 Stunden ging es dann nach Chengdu und ich hatte so ein Glück, dass Fiona mich direkt abholte in ein Apartment brachte und direkt mit mir essen ging. Ein besseres "Willkommen zurück" kann es kaum geben. Janina und Mao kamen dann auch noch dazu und es war entspannter Abend, bevor ich dann ab Mitternacht versuchte zu schlafen. Zwar konnte ich im Flugzeug kaum schlafen, aber nun ging es auch nicht. Das Bett war chinesisch hart und mein Jetlag hielt mich wach. Um 5 ging es dann langsam, aber ich musste früh raus, um noch alle Formalitäten an der Uni für Samstag zu klären.

Erstes Sichuan-Essen

Der Jetlag raftte mich aber morgens doch so dahin, dass ich erst nach 10 Uhr in der Uni war und handschriftlich meinen Antrag für meinen chinesischen Master-Abschluss ausfüllte. Zum Zeitvertreib ließ man uns noch die Zusammenfassung der Arbeit in Schriftgröße 5 abschreiben, damit das Formular ein bisschen mehr Inhalt hatte und unsere deutschen Noten übertrugen wir auch ohne Kontrolle. Bin gespannt, was sie mit unseren Noten anstellen und wie unser Abschluss wird.

Nachmittags konnte ich das Studentenwohnheim, das neu renovierte, besichtigen und mein neues "Zuhause" angucken. Ja gut. Ich nehm nichts vorweg und werde euch mit Fotos in den nächsten Tagen beglücken. Es ist anders als woanders, aber dafür günschtig.

Morgen 9.30 Uhr gibs die mündliche Verteidigung. Tschakka!

 

Gute Nacht!

 

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